Synopsis

Naturnahe Lebensweise, ökologische Landwirtschaft, Vegetarismus und die Naturheilkunde sind keine Erfindung neuzeitlicher Hipster. Ita Wegman, geboren und aufgewachsen auf Java, kommt 1900 in ein Europa im technologischen Fortschrittsrausch. Sie erkennt, wie viele Künstler und Intellektuelle ihrer Zeit die Schattenseiten des maschinellen Aufschwungs, ahnt und erfährt dessen mörderische Entwicklung. In der Zeit der Lebensreformbewegungen, entwickelt sie mit Rudolf Steiner die Anthroposophische Medizin. Dem „Höher, schneller, weiter“ ihrer Zeit stellen sie die Frage nach dem Menschen in seiner Ganzheit entgegen: Was vermag er?

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Es existieren keine Filmaufnahmen und nur wenige Fotos von Ita Wegman. Der Film inszeniert stattdessen ihre Briefe, die wie ein roter Faden durch die Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts führen. Archivbilder zeigen das Neue vom Anfang des 20. Jahrhunderts: Naturtherapien, Genossenschaftssiedlungen, Reformschulen, Künstlergemeinschaften, Gartenstädte, biologisch wirtschaftende Höfe. Parallel dazu Bilder und Motive der Spiritualität, von der Menschwerdung im Christentum, von der Götter- und Dämonenwelt Javas und der beseelten Natur, von den heiligen, mythischen Orten der Welt.