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Synopsis

Rudolf Steiners Anthroposophie: Sie gilt vielen als Gesamtentwurf spiritueller Überlebenstechniken in unserem analytisch-technologischen Zeitalter. Was aus den Impulsen der Anthroposophie entstanden ist, wirkt erfolgreich weiter bis heute: Waldorfschule, Demeter-Landwirtschaft, freie Gemeinschaftsbank. Die Anthroposophische Medizin begründete Rudolf Steiner zusammen mit der Ärztin Ita Wegman.

 

Ita Wegman lebte auf der Höhe ihrer Zeit mitten im Herzen Europas, in einer der aufregendsten Epochen der Neuzeit: die Schwelle zum 20. Jahrhundert. Erfindungen und technische Entwicklungen verändern die Produktionsbedingungen in den Fabriken. In Europa steigt der Wohlstand. Aber nicht alle profitieren. Der getaktete Alltag des Maschinenzeitalters steigert die physischen Belastungen für die Einzelnen.

Die Lebensreformbewegung setzt etwas dagegen und bringt Menschen zusammen, die auf der Suche sind nach einem „Dritten Weg“. Sie treffen sich in Wien, Berlin, Prag, an Orten wie dem Monte Verita, in Dornach und Worpswede. Ihre Themen sind: die Lebensbedingungen in den Städten, der bürgerliche Militarismus, die Zerstörung der Natur durch die Industrialisierung und utopische Zukunftsvisionen vom glücklichen Menschen. Die Lebensreformer versuchen mit ihren Mitteln, eine Erneuerung des Menschen von innen heraus zu bewirken.

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Eine jener Persönlichkeiten, die damals am geistigen Manuskript für Europa mitwirkte, war die 1876 in Java geborene Niederländerin Ita Wegman. Sie war engste Mitarbeiterin Rudolf Steiners in dessen letzten drei Lebensjahren. Gemeinsam entwickelten sie eine Erweiterung der Heilkunst. In den folgenden Jahren veranlasste und unterstützte Ita Wegmann Klinikgründungen u.a. in Deutschland, Österreich, Holland, England, Frankreich, Island und den USA. Auch die Entwicklung, die Fabrikation und der Vertrieb anthroposophischer Heilmittel in Europa geht wesentlich mit auf ihre Initiative zurück – ein Beispiel ist die Misteltherapie gegen Krebs. Weitere Schwerpunkte ihres Wirkens waren die inspirierende Zusammenarbeit mit Ärzten, Medizinstudenten, Pharmazeuten, Krankenschwestern, Heilpädagogen, Therapeuten, Diätfachleuten und Forschern. Sie hinterlässt die wahrscheinlich umfangreichste medizinische Fachkorrespondenz überhaupt. Damals, 1925 nach Rudolf Steiners Tod fehlten etlichen Menschen die Worte für das, was Ita Wegman noch leisten würde. Sie verbrachte ihre letzten Jahre in Ascona im Tessin am Fusse des Monte Verita. Von dieser bemerkenswerten Frau, die heute noch gegenwärtig erscheint, die durch Nullpunkte gehen und sich selbst erneuern konnte, will dieser Film erzählen.